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Das stille Leid der Frauen
 

Krieg im Irak? 100 mal gehört! Erdbeben in Haiti? Ebenso! Als zumindest sporadisch medieninteressierte Person kommt man um solche Meldungen nicht herum, und bekommt schnell das Gefühl, man wüsste Bescheid, was in der Welt passiert. Dafür, dass das nicht wahr ist, kann man FGM (Verstümmelung weiblicher Genitalien) als eines der vielen Beispiele heranziehen.

 

Praktiziert wird weibliche Beschneidung hauptsächlich in islamischen Ländern Afrikas. Fakt ist, dass bei dem traditionellen und teils religiösen Ritual dem betroffenen Mädchen zumindest Teile der Genitalien herausgeschnitten und zusammengenäht werden. Das beginnt beim Herausschneiden der Klitoris und Klitorisvorhaut (mit Zusammennähen) und geht bis zum vollkommenen Entfernen von Klitoris, inneren und äußeren Schamlippen, und anschließenden Zusammennähen des gesamten Genitalbereichs. Hierbei wird nur ein winziges Loch für das Ausscheiden von Urin und Menstruationsblut offen gelassen. Das geschieht zu allermeist ohne Narkose und in hygienisch untragbaren Verhältnissen. Wegen der starken Schmerzen müssen die 4-10 Jahre alte Mädchen meist von mehreren Erwachsenen festgehalten werden. Die Folgen sind weitreichend: lebenslange Orgasmusunfähigkeit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Traumata und Komplikationen bei Geburten sind nur einige. Nicht selten endet dieses Ritual aufgrund der schlechten Hygiene mit dem Tod.

 

Hier in Österreich ist diese Praxis, von der weltweit ca.150 Millionen Frauen betroffen sind, relativ unbekannt. Manche haben noch nie etwas davon gehört, viele andere schon irgendwann einmal etwas davon aufgeschnappt, ohne es näher definieren zu können. Österreichischen Gynäkologen ist weibliche Beschneidung aber nicht unbekannt: 14 Prozent der FrauenärztInnen hatten schon einmal eine beschnittene Frau als Patientin in ihrem Behandlungsraum, einige wurden gefragt, ob sie eine solche Operation vornehmen würden. Vereinzelt werden auch in Österreich lebende Mädchen im Sommer in ihre Herkunftsländer gebracht, um dort diese Operation vorzunehmen.

 

Im Koran ist dieses Ritual kaum erwähnt, und es wird in den meisten nahöstlichen Ländern nicht praktiziert, also handelt es sich eher um ein Tradition als um eine religiöse Handlung. In den betroffenen afrikanischen Ländern (Somalien, Äthiopien, etc.) wird es aber oftmals mit Religion gerechtfertigt. Die islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich verurteilt das Verstümmeln weiblicher Genitalien allerdings scharf, und hat schon Tagungen mit wichtigen religiösen Gelehrten veranstaltet, um diese Unsitte einzudämmen.

 
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